Highway to hell

Korea 15/16 -4-

Einen Schraubenzieher, eine Umhängetasche, einen Orangensaft, 3 Putztücher, ein Putzspray, ein Etui, alles kostenlos dazu – so kauft man in Korea Brillen. Soviel Service und die Brille kostet mit den teuersten Gläsern 130 Euro. Grün heute, morgen rot oder blau oder beide- hier lohnt sich der Einkauf!

Bei Tony ist Blues Night. Meine Lippen und die Mundharmonikas brennen. Ich frage Tony nach dem alten Mann von gegenüber. Der, der immer so gemeckert hat über die Live Musik, mehrmals die Polizei rief und immer Stunk machte und Tony fast in den Wahnsinn trieb. Der hätte ja wohl jetzt so viel mehr zum Meckern: Zu meiner Zeit hier vor 4-5 Jahren war Tony der Einzige auf dem Hügel, jetzt steht hier Restaurant neben Pub, neben Restaurant, neben Shop, neben Restaurant, neben Kneipe. Tony erzählt mir, dass der Mann gestorben ist. „I killed him!“ Mit Musik, versteht sich. Und dann meint er: „Er ist tatsächlich an einem Montag gestorben, als wir Jam Night (Livemusik) hatten! Als die Sanitäter vor dem Haus standen, er für tot erklärt und eingesackt wurde, haben wir die Tür aufgemacht und „Highway to hell“ gespielt. Als letztes Dankeschön!“ Krass, diese Australier!

Es ist Weihnachten. Die Leute stehen Schlange. Überall. Die Koreaner haben längst die Itaewon für sich entdeckt. Eines freut mich sehr: Vor einigen Jahren entschied sich mein Computer-Reparaturmann, dass es reicht mit PCs und Laptops, die Ausländer sind undankbar, wenn etwas nicht klappt, Koreaner gingen woanders hin. Es lief schlecht, also beschloss er, ein Restaurant aufzumachen. Aber nicht direkt auf der Itaewon, sondern in der 2. Reihe, die wäre zwar etwas abgelegen und eher wenig beachtet, aber es würde schon gehen. Einziges Restaurant war, direkt daneben, ein Burger-Laden, wo die Leute Schlange ständen, weil die mal irgendwann im Fernsehen erwähnt wurden. Bei ihm würden sie mal reinkommen, um auf die Toilette zu gehen, aber sonst wäre nicht viel los. Ich konnte ihm da nicht helfen, ich mag Teigtaschen (Mandus) nicht so sonderlich gerne. Ich dürfe aber trotzdem weiterhin meine PC-Angelegenheiten zu ihm bringen. Habe ich auch, bis zum Schluss, er hat die speziellen Konfigurationen meines Gamer-PCs immer gut verstanden und konnte mir meistens helfen. Heute will ich ihn besuchen und finde den Laden erst nicht- es stehen 25-30 Leute davor! Der Laden brummt, alles Koreaner in der Warteschlange. Ich freue mich sehr, das hat er verdient! Die zweite Reihe der Itaewon hat jetzt mehr Kneipen und Restaurants als die Hauptstraße. In den Burger-Laden nebenan gehen die Leute höchstens mal wegen der Toilette.

Essen gestern und heute: King Crab, Pho mit Tom Yum, Ramyeon, Odeng

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