Eine Zeitreise

Korea 2015/16 -1-

Weihnachtszeit 2015 und ich bin endlich wieder in Korea! Was hab ich mir nicht alles vorgenommen… Bin gespannt, wie es wird. Bisher läuft alles.

Nur sehr kurzer Aufenthalt in Istanbul, ich steig aus dem Kairo-Flieger aus, einmal übern Flughafen, in den Seoul-Flieger hinein. Ob das Gepäck (13,5kg, Tasche in Koffer) das auch in der kurzen Zeit schafft? In den 3xDreierreihen bekomme ich nen Mittelplatz, DAS hab ich mit Sicherheit NICHT bestellt. Aber es ist, wie immer nach Korea, alles voll, nicht mal der Ami, dessen Bildschirm nicht geht, kann umgesetzt werden. Arme Sau, 9h Flug und kein Entertainment. Hätte er glatt mit meinen Sitznachbarn tauschen sollen: Der Koreaner-Klassiker- reinsetzen, essen, durchschlafen. Ich werfe nach dem Essen ne Schlafpille ein, wache wieder auf, als noch 50 Minuten zu fliegen sind- perfektes Zeitmanagement! Jedoch ist mein Hals jetzt steif, werde eine Massage brauchen.

Passkontrolle geht fix und auf dem Band kommt mir mein Koffer entgegen. Flutsch! Handy-SIM mit freiem Datenvolumen, 44.000 Won für 18 (30) Tage, die Verbindung ist schneller als mein Schlauphone! Flutsch! Telefonkosten sind überschaubar, nicht sehr günstig, aber nach Deutschland kostet’s nur unwesentlich mehr. Tickets für den Flughafenzug, Zug kommt, aussteigen in der Seoul Station. Flutsch!

Raus aus dem Bahnhof, über die Straße, erster Straßenstand: Odeng, lecker wie ich es kenne, die Brühe schmeckt, meine Geschmacksnerven haben die Zeitreise schon getan. Erster Weg ins SILLOAM, das Djimjilbang meines Herzens. Nach dem ersten Schritt hinein bin ich wieder im Jahr 2010. Zwar gibt es neue Klamotten (neben weiß auch noch braun, was ich diesmal trage), aber der Mann an der Kasse ist der gleiche. In der Männerabteilung bedienen zwei Männer, die ich auch von früher kenne. Einer erkennt mich wieder und gibt mir nen Schlüssel im 600er Schrank-Bereich, wie früher. Im Feuchtbereich kenne ich die Hälfte aller Gäste, der Masseur ist der gleiche. Sein Knoblauchgeruch ist immer noch so wie früher. Die Sports Massage tut auch immer noch so weh. Das fällt mir aber erst während der Behandlung auf und ein.

Ich sitze im Heißbecken und es kommt mir vor, als käme ich gerade aus der Schule, um hier runter zu kommen. Draußen steht mein Roller und morgen… Nein, es ist 2015 und NICHTS erinnert daran, dass ich gerade einen 9h-Flug aus Istanbul, nach nem 3h-Flug aus Kairo, hinter mir habe. Dass 4 Jahre seit meiner Zeit hier, 3 Jahre seit meiner Krankheit und 2 Jahre seit meines letzten Besuches vergangen sind. Irgendwie gruselig. Und schön.

Essen heute: Odeng, Miyokguk

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